Warum gibt es eine Bürgerstiftung in Lauda-Königshöfen und wie kam es dazu?

Die Idee der Stiftung ist bereits sehr alt. So gibt es in Deutschland über 500 Jahre alte Stiftungen, die erhebliches Kapital angesammelt haben und erfolgreich verwalten, und deren Erträge für soziale Projekte eingesetzt werden. Dagegen ist die Bürgerstiftung noch sehr jung und wurde erst 1996 mit der Gründung der ersten Bürgerstiftung ins Leben gerufen. Seitdem wurden Jahr für Jahr immer mehr Bürgerstiftungen gegründet, und Ende 2012 gab es in Deutschland bereits 345 Bürgerstiftungen mit einem Stiftungskapital von ca. 235 Mio. €. Mit der Bürgerstiftung gibt es ein zeitgemäßes Stiftungsmodell, weil diese dauerhaft bürgerschaftliches Engagement mit örtlichem Bezug organisiert und Eigenkapital für wichtige gesellschaftliche Anliegen aufbaut. Da das Stiftungsvermögen langfristig durch viele Zustiftungen erhöht wird, kann es sich jeder leisten, Stifterin oder Stifter zu werden. Dabei geht es in erster Linie um Geldstiftungen in Form von Spenden oder Zustiftungen, aber auch Zeitspenden und Ideenspenden sind hochwillkommen.

Mitte 2012 fanden sich einige engagierte Bürger und Unternehmer zusammen, um die Gründung einer Bürgerstiftung in unserer Stadt Lauda-Königshöfen zu prüfen und die rechtlichen und steuerlichen Grundlagen zusammenzustellen. Ein Arbeitskreis wurde gegründet, der zunächst ein Leitbild erarbeitet hat. Im Mittelpunkt steht dabei die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt in Verbindung mit der Förderung des Gemeinwohls und des bürgerschaftlichen Engagements durch eine gemeinnützige, unabhängige Bürgerstiftung. Die Stiftung möchte erreichen, dass die Bürger und Wirtschaftsunternehmen der Stadt verstärkt und mit innovativen Ideen an der Gestaltung ihres Gemeinwesens partizipieren und Mitverantwortung übernehmen. Im Stiftungszweck werden viele Bereiche aufgezählt, die gefördert und unterstützt werden könnten. Dabei sollte die Bürgerstiftung nicht in Konkurrenz zu den vielen Vereinen in unserem Stadtgebiet treten. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer kümmern sich in Vereinen und sonstigen Institutionen um das Gemeinwohl und leisten im Ehrenamt nicht hoch genug einzuschätzende Dienste, sei es in Schulen, Sportvereinen, Kirchen, im Mehrgenerationenhaus, bei der Lauda-Königshofer Tafel und vielen anderen mehr. Die Aktivitäten der Institutionen, deren Aufwendungen nicht durch staatliche oder sonstige Mittel gedeckt sind, sollten durch die Bürgerstiftung für spezielle Projekte und unbürokratisch gefördert werden. Eine wichtige Aufgabe sollte auch die Integration der zahlreichen auslän¬dischen Mitbürger in unserer Stadt sein.

Bereits in der Vergangenheit hat es immer wieder Spenden von engagierten Bürgern an die Stadt für ganz bestimmte Aufgaben gegeben, wobei die Annahme von Spenden seitens der Stadt zu Recht wegen der Vermeidung von Korruptionsfällen unter strengen Auflagen steht. Eine von der Stadt unabhängige Bürgerstiftung ermöglicht es viel leichter, Zustiftungen und Spenden gemäß dem Zweck der Bürgerstiftung zu gewähren.

Die vom Arbeitskreis erarbeiteten Ideen wurden verschiedenen Persönlichkeiten und Unternehmen vorgestellt und sehr positiv aufgenommen. Dies ermutigte die Macher, der Öffentlichkeit am 18. Mai 2013 in einer Auftaktveranstaltung das Konzept der Bürgerstiftung Lauda-Königshöfen zu präsentieren. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Prof. Dr. Christian Pfeiffer, dem Gründer der Bürgerstiftung Hannover und Mitinitiator vieler weiterer Stiftungen. Am Ende der Veranstaltung erklärten sich viele Teilnehmer bereit, einen Teil des Mindestkapitals von 100.000,-- € aufzubringen. Im August 2013 war es dann soweit: das Kapital von 102.500,00 € war erreicht und die Mindestsumme sogar übertroffen. Voller Elan ging es nun an die Erarbeitung einer Satzung und die Vorbereitung für die Gründungsveranstaltung, dem sogenannten Stiftungsgeschäft. Die Gründungsversammlung fand am 11. Oktober 2013 im Rathaus der Stadt Lauda-Königshöfen statt, alle Stifterinnen und Stifter unterzeichneten die Gründungsurkunde. Außerdem wurden die wichtigen Gremien Vorstand und Stiftungsrat gewählt. In den folgenden Tagen erfolgte die vollständige Einzahlung des Kapitals. In einem feierlichen Akt erfolgte am 22. November 2013 die Anerkennung der Stiftung durch das Regierungspräsidium Stuttgart, symbolisch durch die Überreichung der Stiftungsurkunde aus den Händen des Regierungspräsidenten Schmalzl.

In den folgenden Wochen griffen Vorstand und Stiftungsrat mit Elan die nächsten Aufgaben an: Sichere Anlage des Stiftungskapitals und Erarbeitung der notwendigen Werbemittel, z.B. Erstellung eines Faltprospekts und Erarbeitung der Website, um Namen und Idee der Bürgerstiftung nachhaltig in der Öffentlichkeit zu verankern. Wir benötigen dringend weitere Personen, die mit Zustiftungen und Spenden die finanzielle Basis erweitern. Wir sind alle fasziniert von der Idee einer dauerhaft angelegten Stiftung, die uns alle überleben und eine „ewige Rendite" zum Wohle der Bürger unserer Stadt abwerfen soll.

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